Hüttenübernachtung mit Hund

Hüttenübernachtung mit Hund

© Ursula Bruckdorfer / pixelio.de

Schon häufiger kam die Frage auf, ob die Alpenüberquerung auch mit Hund möglich wäre. Grundsätzlich stellt der alpine Pfad über die Alpen keine größeren Herausforderungen an die fitten Vierbeiner. Problematisch wir es bei der Übernachtung auf den Alpenvereinshütten. Die Hüttenordnung des Österreichischen – und Deutschen Alpenvereins (pdf) geht darauf unter 6.8 ein: „Das Unterbringen von Tieren muss in jedem Fall vorab mit den Hütten-Wirtsleuten abgeklärt werden. Tiere dürfen in Schlaf- und Küchenräume grundsätzlich nicht mitgenommen werden.“

Aber: Auf der Kemptner Hütte und der Memminger Hütte ist die Übernachtung mit Hund wegen fehlender Räume bzw. schlechten Erfahrungen nicht möglich! Aufgrund fehlender sinnvoller Alternativen für die ersten beiden Hütten, dürfte die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran mit Hund nahezu ausgeschlossen sein (zumindest wenn man die Route wie hier beschrieben begehen will). Als Alternative wäre eventuell die erste Übernachtung in Spielmannsau denkbar. Danach vorbei an der Kemptner Hütte bis Holzgau und am Folgetag weiter bis nach Zams.

Erfahrungsgemäß lassen Hüttenwirte mit weniger frequentierten Hütten die Übernachtung mit dem Vierbeiner zu. Beim Anruf für die Reservierung könnte auch gleich geklärt werden, ob nicht schon alle Schlafplätze für Wanderer mit Hunden vergeben wurden. Wer den Hund nicht allein im Keller oder Trockenraum übernachten lassen möchte, sollte sich im Vorfeld Gedanken machen, ob man selbst für die Übernachtungen auf das Zimmer bzw. Lager verzichten möchte. Mit etwas Glück bekommt man gemeinsam den Winterraum für die Übernachtung.

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Kurztour auf das Ettaler Mandl (1.633m)

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Viel Verkehr herrscht am Klettersteig des Ettaler Mandl

Das Ettaler Mandl bietet sich für eine kurze Trainingsetappe in den Ammergauer Alpen, falls die Wetteraussichten einmal nicht so stabil sein sollten. Entsprechend häufig wird der kurze Klettersteig im Gipfelaufbau allerdings bei schönem Wetter begangen.

Startpunkt ist der gebührenpflichtige Parkplatz beim Kloster Ettal (877m) in den Ammergauer Alpen. Wir halten uns nordwärts Richtung Wald und passieren nach dem Parkplatz die Schaukäserei. Von dort folgen wir den Schildern auf einem breiten Kiesfahrweg ins Tiefental und steigen langsam bergan, bis der Fahrweg endet und in einem schmalen Bergpfad links in den Wald hinein mündet. Teilweise über Stufen geht es langsam steiler empor. Hinter uns gibt der Wald gelegentlich den Blick auf das Kloster Ettal frei. Nach etwa 45 Minuten passieren wir die kleine Tiefental Diensthütte und erreichen den dichter werdenden Bergwald. Nach knapp 1,5 Stunden stehen wir am Wandfuß des Ettaler Mandl von wo aus wenige Meter weiter der kettenversicherte Klettersteig links zum Gipfel abzweigt. Die Kette führt uns in 10 Minuten in leichter Kletterei bis hinauf zum Gipfelkreuz und Buch. Abstieg (1,25 Stunden) erfolgt wie Aufstieg. Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeiten.

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Trainingsetappe zum August-Schuster-Haus

August-Schuster-HausFür die Alpenüberquerung braucht man Kondition! Wer trainiert ist, hat auf dem Weg von Oberstdorf nach Meran garantiert mehr Spaß. Gut trainierte Wanderer erholen sich abends auf der Hütte besser von den Strapazen des Tages. Für die ersten Bergtouren kommen die zahlreichen Brückentage gerade recht und die Wetteraussichten sind für Christi Himmelfahrt und Pfingsten gar nicht so schlecht. Eine ganze Reihe Alpenvereinshütten hat auch bereits ab Anfang Mai geöffnet. Für die erste kleine Tagestour bietet sich das August-Schuster-Haus (1.564m) an. Die beliebte Hütte in den Ammergauer Alpen ist in 2,5 Stunden über den südseitigen Anstieg ab Schloss Linderhof bis auf letzte Altschneefelder bereits gut erreichbar. Routinierte Wanderer nehmen für eine weitere Stunde zuerst den Teufelstättkopf (1.755m) in Angriff. Die leichte Bergwanderung stellt keine großen Herausforderungen an die Technik. Für die drahtseilversicherten letzten Meter auf den Gipfel des Teufelstättkopf ist nur leichte Kletterei notwendig.

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Übernachtung in Meran

Der alte Kurort Meran ist Zielort der Alpenüberquerung. Wenn alles nach Plan lief, erreicht man die zweitgrößte Stadt Südtirols nach 6 Tagen. Als Belohnung für den eingeschränkten Luxus auf dem Fernwanderweg, bietet sich Meran geradezu an, ein paar Tage Extraurlaub hinten an zu hängen. Dabei sollte man sich schon vorher ein paar Gedanken zur Übernachtung machen.

Meran selbst ist durch seinen Status als Kurstadt kein ganz günstiges Pflaster für Hotelübernachtungen. Preisbewusste Wanderer müssen dennoch nicht auf die gastronomischen Spezialitäten, den großen Park mit der neuen Thermenanlage, die Kunstpromenade und die vielfältigen Freizeitangebote der Ferienregion Meraner Land verzichten. Merans Nachbargemeinden Algund, Burgstall, Hafling, Lana, Marling, Schenna oder Dorf Tirol bieten nette kleine Frühstückspensionen. Durch den sehr gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr um Meran, erreicht man die Kurstadt recht günstig in wenigen Minuten mit dem Bus. Falls es in die Planung passt, kann man so entspannt das Meraner Stadtfest vom 11.-12.08.2012 genießen. Wer wie Kaiserin Sissi die Mühen scheut, aus den Nachbargemeinden anzureisen, muss sich auf Preise ab mindestens 100,- EUR pro Nacht für ein Doppelzimmer einstellen. In Meran selbst dominieren 3-4-Sterne-Hotels das Bild, die mit deutlich mehr Komfort locken, als die kleinen Pensionen im Umland.

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Alpenüberquerung mit Kindern

Alpenüberquerung mit KindernDie hier beschriebenen Etappen der Alpenüberquerung eignen sich für wanderbegeisterte Kinder ab 10 Jahren. Mehr noch. Sie sind fast eine ideale Familientour. Die technischen Schwierigkeiten sind gering. Die konditionelle Herausforderung und der deutlich höhere Zeitbedarf sollte aber nicht unterschätzt werden.

Motivation durch Vorfreude

„Papa, ich kann nicht mehr. Trägst du meinen Rucksack? Kannst du mich tragen?“ Wie Erwachsene erleben auch die begeistertsten Kinder über die mehrtägigen Etappen Höhen und Tiefen. Je mehr Zeit in die Planung und Vorbereitung investiert wird, desto besser können sie auf Tiefpunkte reagieren. Testen sie im Vorfeld mit ausgedehnten Tagestouren, wie viel Gepäck den Kindern zugemutet werden kann. Halten sie sich beim Start an diese Erfahrungswerte, denn möglicherweise wird auf dem langen Abstieg von der Memminger Hütte nach Zams einiges Gepäck der Kinder in Papas Rücksack wandern.

Ist die Euphorie einmal aufgebraucht, helfen begeisterte Reden über die gewaltigen Eisriesen der Ötztaler Alpen und die Schönheit der saftig grünen Südtiroler Grashänge wenig. Kindgerechte Motivation durch Vorfreude auf die größte Eisportion in Zams oder die leckerste Pizza in Vent hilft mit viel Glück über die momentane Unlust hinweg.

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Alpenüberquerung im Winter

Im Sommer ist die Alpenüberquerung nicht nur eine tolle Erfahrung, sondern auch eine Herausforderung, die manchen an seine körperlichen Grenzen bringen kann. Aber ist die Route von den Allgäuer Alpen nach Südtirol auch im Winter machbar? Einige Herausforderungen kommen auf den Bergsportler zu, die die Tour wohl eher ortskundigen Spezialisten vorbehalten lässt.

Gefahr durch Lawinen

Die objektivste Gefahr geht von Lawinen aus und dieses Risiko lässt sich nie völlig ausschließen. Zahlreiche Wegabschnitte queren steile Hänge (z.B. Panoramaweg nach Vent), bei denen erhebliches Gefahrenpotential besteht. Gruppen ermöglichen im schlimmsten Fall die Verschüttetensuche, deren Entscheidungen sollten aber immer mit Blick auf die vorhandene Gruppendynamik hinterfragt werden . Unumgänglich ist die komplette Lawinenausrüstung mit LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), Sonde und Schaufel sowie das Wissen, die Suche schnell und effizient durchführen zu können. Für Gelegenheitswanderer ist im Winter professionelle Begleitung durch einen Bergführer nötig. Ortskundige Spezialisten mit erlerntem Risikomanagement (Snowcard, 3×3), die im Zweifelsfall den Einstieg in einen Hang meiden, brauchen nicht zwingend einen Führer.

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Schlafsack für die Alpenüberquerung

HüttenschlafsackSpätestens in der Planungsphase für die Alpenüberquerung stellt sich die Frage, welcher Schlafsack für die mehrtägige Trekkingtour am besten geeignet wäre. Ganz pauschal lässt sich das nicht beantworten. Dennoch spielen nur zwei Faktoren eine wesentliche Rolle:

1. Übernachtung ausschließlich in Hütten
2. Biwakieren im Freien möglich

Bereits bei der Routenplanung können beide Punkte mit hoher Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden. Falls ich mich beispielsweise komplett auf den E5 beschränke, sind die Abschnitte zwischen bewohnten Gemeinden im Tal und den bewirtschafteten Hütten in den Hochebenen vergleichsweise kurz. Die Wahrscheinlichkeit eines unumgänglichen Notbiwaks (für das ein Biwaksack im Gebirge immer dabei sein muss!) ist auf ein Minimum reduziert. Falls ich mich also auf die Übernachtung in den Berghütten einstelle, beschränke ich mich auf einen Hütten- oder Reiseschlafsack. Diese sind sogar aus hygienischen Gesichtspunkten Pflicht! Jede Alpenvereins- oder private Hütte verfügt über zwei Wolldecken in den Massenlagern oder sogar Daunenbettwäsche in den Zimmern. Wer zum Frösteln neigt, wird damit ohne arktischen Albtraum gemütlich einschlafen. Da die Hütten häufig recht voll sind, heizen die Schlafkameraden das Lager sowieso rein durch die abgegebene Körperwärme auf sommerliche Temperaturen.

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Alpenüberquerung in umgekehrter Richtung?

Seescharte von Zams zur Memminger HütteSchon häufiger wurde ich mit der Frage konfrontiert, was eigentlich für eine Alpenüberquerung von Meran nach Oberstdorf spricht. Auch hier in den Kommentaren und auf der Facebook-Seite kam das Thema auf. Ein Grund, sich einmal mit ein paar Zeilen dem Thema zu widmen. Damit soll eine Diskussion starten, in der jeder gerne seine Gedanken äußern darf 😉

Was spricht eigentlich für die Gegenrichtung?

Aus meiner Sicht könnte es angenehmer sein, entspannt mit der etwas längeren Anreise über die Alpen nach Meran oder Bozen zu starten. Eine Nacht in einer Pension, nochmal das herrliche Südtiroler Essen genießen und los geht es auf die mehrtägigen Etappen. So könnte man sich nach den Strapazen die mehrstündige Busfahrt über den Rechenpass zurück nach Bozen ersparen.

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Fernwanderweg E5 – Obersdorf nach Meran

Die klassische Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran

Beim Fernwanderweg E5 handelt es sich in dem hier beschriebenen Abschnitt zwischen Oberstdorf und Meran um einen durchweg alpinen Wanderpfad. Die Wegfindung stellt keine besondere Herausforderung dar.

Wer in der Planung der mehrtägigen Alpenüberquerung unsicher ist, kann sich an ortsansässige Bergschulen wenden. Sie garantieren in der Regel einen höheren Erholungswert, da sich um Gepäck- und Rucksacktransport sowie die Rückreise gekümmert wird. Außerdem haben die erfahrenen regionalen Bergführer immer Anekdoten bereit, die in keinem Wanderfüherer vermerkt sind.

Technische Anforderungen an die Alpenüberquerung

Durch die zahlreichen Wanderer, die zwischen Frühjahr und Herbst auf dem E5 unterwegs sind, kann der Weg kaum verfehlt werden. Rote Wegmarkierungen weisen zusätzlich die Abschnitte auf Alpenvereinswegen hilfreich als „E5“ aus. Kletterstellen werden keine passiert, weshalb auch keine besonderen Herausforderungen an die Schwindelfreiheit gestellt werden. Auf der vorletzten Etappe zwischen der Braunschweiger Hütte und der Martin-Busch-Hütte ist eine kleine Gletscherpassage notwendig. Kurzzeitig auf dem Rettenbachferner steigt man vom Rettenbach Joch etwa 170 Hm hinab zum Parkplatz des Skigebiets des Rettenbachferners. Steigeisen, Eispickel oder Gamaschen sind dafür aber nicht notwendig.

Dauer der Alpenüberquerung

In jedem Fall sollte man sich genügend Zeit für die Alpenüberquerung einplanen. Es ist nicht empfehlenswert, mit weniger als den sechs hier beschriebenen Etappen zu kalkulieren. Man sollte in Betracht ziehen, dass es durch Regen und Schneefall nicht möglich ist, die geplante Etappe durchzuführen. Unbedingt erforderlich ist eine entsprechende Kondition für Tagesetappen von insgesamt 12 Stunden mit Pausen. Dabei spielt auch das Gewicht des Rucksacks ein große Rolle. Mit warmer Bekleidung, Regenschutz, Biwaksack, Erste Hilfe, Essen und Trinken sind schnell mehr als 12 kg erreicht. Empfehlenswert wäre ein Gewicht von etwa 8 kg!

Die beste Reisezeit

Die beste Zeit für eine Alpenüberquerung ist Mitte August bis Ende September. Die Temperaturen sind dann am angenehmsten und die Altschneefelder sind so weit zurückgegangen, dass man sicher gehen kann.

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