E5-Alpenüberquerung mit dem Bike?

Habt Ihr auch das Gefühl, dass der E5 immer voller wird? Die Alpenüberquerung ist nicht nur bei uns Wanderern, sondern auch bei Mountainbikern unheimlich beliebt. Die Transalp-Routen für Mountainbiker werden immer mehr – gehört der E5 nun auch dazu?

Alpenüberquerung Mountainbike

Transalp-Tour mit dem Bike © Netzer Johannes / Fotolia.com

Viele von Euch kennen den E5, Europas schönsten Fernwanderweg und besonders sein Herzstück, in und auswendig: Ihr seid die Tour gewandert, wollt sie wandern oder wollt sie wieder und wieder wandern. Eines dürfte Euch über die Jahre hinweg aufgefallen sein: Auf dem E5 tummeln sich die unterschiedlichsten Wanderer! Kleinere Gruppen, größere und vielleicht sogar geführte Gruppen, ältere Paare, Familien mit Kindern und (man höre und staune) Trekking-Kinderwagen – da ist wirklich alles dabei. Jeder will gesunde Bewegung und emotionales Erleben in atemberaubender Natur.

Bei all den Newcomern in Sachen E5 fragen wir uns, wann sich auch die ersten Mountainbiker auf unsere Wanderrouten wagen. Oder haben sie es schon gewagt? Reiseberichte sind dazu nicht zu finden.

Transalp mit dem Bike – die Klassiker unter den Routen
Die Transalp ist unter Radwanderern genauso im Trend wie unter Fußwanderern – und wird immer noch populärer. Der erste und demzufolge auch berühmteste unter den inzwischen fast 900 transalpinen Rad-Kursen beginnt sogar am Startpunkt unserer Lieblingswandertour. Von hier aus hat der gebürtige Oberstdorfer Andi Heckmair – der Sohn des Heckmair Anderl, der als Erstbesteiger die Route an der Eigernordwand legte – im Jahr 1989 einen befahrbaren Weg zum Alpensüdrand am Gardasee gesucht und gefunden. Sein Ziel und das Ziel unzähliger Biker, die ihm auf der Heckmair-Route folgen, war und ist also nicht Meran, sondern das vermutlich ähnlich attraktive Riva del Garda.

Bis die vielen anderen Routen und Routenvarianten wie die Albrecht-Route von Garmisch-Partenkirchen nach Torbole am Gardasee etabliert waren, zog jedoch noch einige Zeit ins Bergland. Der unbestreitbare Boom des Alpencross unter Mountainbikern und der Zuwachs an Routen, deren Zahl die Tausendermarke ansteuert, wurde wohl ähnlich wie beim Wandern durch GPS und Smartphone ausgelöst (GPS-Geräte wie das Teasi One sind inzwischen auch erschwinglich). Dass konventionelle und individuelle Routen nicht mehr umständlich aus Karten und Büchern zusammengesucht werden müssen, lässt die Planung und (geographische) Umsetzung einer Alpenüberquerung auch für Ortsunkundige zur Leichtigkeit werden.

Kleine Umfrage: Biker auf dem E5?
Da viele Biker ohnehin nach Oberstdorf reisen, um in den Radspuren Heckmairs zu fahren, könnten sie auch auf die Idee kommen, einen anderen Weg von Oberstdorf aus einzuschlagen. Oder sind sie das bereits? Sind einige von Euch vielleicht sogar schon den ersten Bikern auf dem E5 begegnet?

Vorbereitung für eine Alpenüberquerung mit dem Bike
Manchen E5-Kennern werden die Bergauf-Passagen der ersten Etappe ins Lechtal bzw. zur Kemptner Hütte, die vielen anderen steil ansteigenden Strecken oder die recht ausgesetzten 300 Höhenmeter Richtung Pitztal in den Sinn kommen. Sie werden sagen, dass das mit dem Fahrrad unmöglich zu schaffen sein kann. Und für jemanden, der nicht mit Leib und Seele Biker ist, sieht die Strecke teilweise wirklich nicht befahrbar aus. Mountainbiker suchen allerdings die Herausforderung und sind auch längeren Schiebe- und Tragepassagen nicht abgeneigt, um an ihr Ziel zu kommen.

Wir haben zum Thema recherchiert und wollten wissen, was das perfekte Bike für einen Alpencross bieten muss. Neben einem bereits eingesessenen, altbewährten Sattel und pannensichereren breiten Reifen (wie die von Continental) ist da vor allem auch von wenig Gesamtgewicht die Rede. Dabei stellte sich heraus, dass es inzwischen auch vergleichsweise leichte Räder, z.B. von Liteville, BMC oder Canyon gibt. Bei Canyon scheint das „Nerve“ besonders beliebt zu sein und wiegt um die 12 Kilo. Zudem hat sich eine ausgeklügelte, alpine Tragetechnik entwickelt, dank der das Bike auf den Schultern oder gar auf dem Rucksack liegend transportiert werden kann. Sogar nach einem Drahtseil o.ä. soll man so während des Tragens greifen können.

Also? Habt Ihr so jemanden – eventuell auch mit Rad auf den Schultern – schon gesehen? Hättet Ihr ein Problem damit, „Eure“ Route mit Bikern zu teilen? Wir freuen uns auf Eure Antworten.

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